Le Braque du Bourbonnais - FCI Standard Nr. 179 -

eine faszinierende Hunderasse !



Le Braque du Bourbonnais

Der Braque du Bourbonnais ist ein kontinentaler Vorstehhund klassifiziert im FCI Standard N. 179.

Aus dem Jahr 1598 ist ein Holzschnitt von Ulisse Aldrovandi überliefert. Ulisse Aldrovandi nennt ihn: "Hund von Bourbonnais auf der Wachtel-Jagd". Der Name „Bourbonnais“ stammt aus der gleichnamigen Provinz Bourbonnais in Mittelfrankreich, dem heutigen Departement Allier.

Braque du Bourbonnais Felicia und Emy vom Elstermann Hof

Die Jagdhunderasse "Braque du Bourbonnais" gehört zu den ältesten französischen Vorstehhunderassen. Bis heute zeigen sich  Braque du Bourbonnais athletisch, kompakt, pflegeleicht und mittelgroß und haben sich vom Standard der Rasse kaum verändert. Die Rasse vermittelt den Eindruck von Schnelligkeit, Robustheit, Stärke und Eleganz. Unsere Braque du Bourbonnais zeigt sich bis heute leistungsorientiert im Feld mit sehr guten Vorsteheigenschaften und Freude am Apport. Braque du Bourbonnais sind, mit einer Körpergröße bis zu 57 cm (laut Rassestandard Rüden), insgesamt kleine Vertreter der kontinentalen Vorstehhunde (der kleinste ist der Epagneul Breton). Das ist meiner Meinung nach, neben der hohen Intelligenz ein sehr großer Vorteil der Rasse, die wendig und relativ leicht ist und überall mit hin kann. Wir weisen darauf hin, dass es weltweit insg. nur 2000 Braques du Bourbonnais gibt und dementsprechend wenig Würfe mit international gültigen Papieren.

Der Fokus in der Hundezucht sollte immer auf der Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Jagdhunden liegen. Im Internet und auf den Ausstellungen sind Braques du Bourbonnais mit Stummelrute bzw. ohne Rute zu sehen. Diese Hunde können auf den Ausstellungen eigentlich nicht bewertet werden, da Rutenbewegungen/Rutenansatz, Tragen der Rute in Verlängerung der Rückenlinie nicht beurteilt werden können. Bedeckt die Rute bei der Hündin das Geschlechtsteil nicht, darf sie sowieso nicht ausgestellt werden (Gerichtsurteil). Deshalb eine kurze Zusammenfassung zum Thema Anurie/Brachyurie/N. Bobtail/Stummelrute. Der Erbgang ist autosomal-dominant

d.h. Hunde mit einer oder zwei Kopien des Gens (B/b, B/B) zeigen den Phänotyp Stummelrute, Anurie, Bobtail). Homozygote Hunde (B/B) sterben allerdings schon vor der Geburt. (Die verkürzte Rute ist genau genommen immer eine verkrüppelte Wirbelsäule, bei der der letzte Teil (die Rute) fehlt oder unvollständig ist)..Hunde mit keiner Kopie des Gens haben einen „normal“ lange Rute wie Emy und Felicia. (Genotyp b/b zwei Kopien "normale Rute") d.h. keine Anlage für eine Stummelrute/Bobtail.


Die Rasse Braque du Bourbonnais war wegen der einseitigen Selektion der Züchter auf eine Stummelrute/Brachyurie/Bobtail nach den zweiten Weltkrieg bereits fast ausgestorben. Trotzdem halten Züchter heutzutage (im Jahr 2026) an dieser einseitigen Selektion auf die Stummelrute fest, die die genetische Vielfalt der Rasse einschränkt. Nur wenige Braques du Bourbonnais werden heutzutage natürlicherweise mit Brachyurie, (Stummelrute oder Bobtail), geboren, das ergibt sich aus dem Ergang! Wenn "Züchter" den oben beschriebenen Erbgang nicht verstehen und weiterhin Stummelrutenverpaarungen ohne Rücksicht auf das Tierwohl und die Gesundheit der Rasse Braque du Bourbonnais durchführen, sollten sie sofort aufhören zu züchten!

Wenn Braque du Bourbonnais ohne gezielte Verpaarung (Stummelrute & Stummelrute) eine kurze Rute haben, ist es eine natürliche Stummelrute und in Ordnung. Sie bekommen ein tierärztliches Attest und können den Hund später ausstellen und zur Zucht zulassen usw.

Aufgrund der heutigen Erkenntnisse zur Gesundheit von Jagdhunden ist eine Verpaarung von Elterntieren, die beide Brachyurie/Bobtail/Stummelrute aufweisen in Deutschland und anderen Ländern verboten § 11 b Tierschutzgesetz.  D. h. ein Braque du Bourbonnais mit Stummelrute/Bobtail muß zwingend mit einem langrutigen Braque du Bourbonnais verpaart werden. Der Zuchtverein VBBFL e.V. weist in der Zuchtordnung darauf hin "Braque du Bourbonnais ohne Rute ist kein Zuchtziel des VBBFL".

Warum sind die Verpaarungen von Elterntieren, die beide Anurie/Brachyurie/Bobtail aufweisen verboten? Eine gezielte Verpaarung von stummelschwänzigen Hunden ist von Züchtern ganz bewusst geplant und deshalb verboten. Gesetzlich untersagt sind solche Verpaarungen in Deutschland, Dänemark und Finnland etc aus folgenden Gründen:

Tödliches Risiko: Erben die Welpen das Stummelruten-Gen von beiden Elternteilen (reinerbig), sterben die Föten ab und werden resorbiert. Dies führt zu einer deutlich reduzierten Wurfgröße. Missbildungen: Bei heterozygoten Welpen (die das Gen nur von einem Elternteil erhalten und mit Stummelrute geboren werden) besteht ein erhöhtes Risiko für schwere Skelett- und Wirbelsäulendefekte, wie z.B. Spina Bifida usw. Deshalb muss für die Zucht zusätzlich zu HD/ED der ÜGW geröngt werden, um auszuschließen, dass Defekte vorliegen.

Zur gesetzlichen Lage: In Ländern wie Finnland, Deutschland, Dänemark  ist die Verpaarung zweier stummelschwänziger Hunde aus Tierschutzgründen generell streng verboten (Qualzucht). Wer den Braque du Bourbonnais ausschließlich für den Jagdgebrauch verwendet, und eine kurze Rute möchte, kann die Rute vom Tierarzt kupieren lassen. Im Jagdeinsatz bei unseren Braque du Bourbonnais zeigen sich allerdings überhaupt keine Rutenverletzungen. Siehe Videos.


Allgemeines zu unseren beiden Braques du Bourbonnais vom Elstermann Hof:

Der Braque du Bourbonnais liebt die Jagd, aber auch die Familie und ist ein ausgesprochen angenehmer Jagdbegleiter und Familienhund. Zu Hause sind Braque du Bourbonnais ausgeglichen, liebevoll und sozial. Es sind Sofahunde und sie wollen im Haus leben. Braque du Bourbonnais schließen sich sehr eng an ihre Menschen an. Sie verfügen über eine hohe Sensibilität und Sanftheit und reagieren auf kleinste Zeichen.

Fremden gegenüber können sie jedoch zurückhaltend sein, allerdings waren unsere - bis auf Ausstellungsbesuche - nicht in der Stadt.


Braque du Bourbonnais sind ansonsten äußerst temperamentvolle und aktive Hunde, nur das Hauptaugenmerk liegt verständlicherweise auf der Jagd. Auch unsere Braque du Bourbonnais sind Feldspezialisten, die mit höchster Konzentration und Intelligenz und dem entsprechenden Jagdinstinkt vorgehen. Der Naseneinsatz ist hierbei excellent. Ausdauer, Präzision und jagdliche Arbeitsfreude sind kaum zu übertreffen Trotz hoher Jagdpassion bleiben sie mit ihrem Menschen in Kontakt, respektieren Reviergrenzen bei sehr gutem Gehorsam. Siehe Videos mit Stopp-Pfiff aus der Bewegung und Abpfeifen vom Rehwild..


Beim Arbeitseinsatz am Wasser zeigen Braque du Bourbonnais eine systematische und

ruhige Jagdhundearbeit bis das Wasserwild hochgemacht ist.

Treffen unsere Braques du Bourbonnais auf fremde Hunde, spielen sie gerne und sind umsichtig und sozial. Auf der Jagd passen sich  problemlos an abwechslungsreiches Gelände und Wild an. Eine ausdauernde Suche mit hoher Nase und präzises Vorstehen zeichnet die Rasse aus. Braque du Bourbonnais sind grundsätzlich hochintelligente, bewegungsbegabte und sehr talentierte Hunde,  brauchen aber Zeit für die Entwicklung und ein adäquates Maß an Freiheit, Freilauf und Auslastung.

Haltung Braque du Bourbonnais für Jäger und Nichtjäger:

Mit Sicherheit kann ein Jagdhund und Braque du Bourbonnais ausschließlich an der Leine ohne täglichen Freigang nicht seinen Bedürfnissen nachgehen.  Auch eine Schleppleine in dichtbesieldelten Gebieten ersetzt keinen Freilauf und ein Garten keine langen Spaziergänge. Hat der Braque du Bourbonnais ein Revier  mit Wald, Feld und Niederwild ist er meines Erachtens sehr gut ausgelastet. Deshalb muss der Braque du Bourbonnais im nichtjagdlichen Bereich mit Dummyarbeit, Mantrailing oder anderen hochkarätigen hundesportlichen Aktivitäten ausgelastet werden und es ist notwendig, dass die Hunde ohne Jagdrevier ihren Bedürfnissen nachgehen können und täglich Freilauf haben, um ihre Nase einzusetzen. Braque du Bourbonnais sind passionierte Jagdhunde, darüber muss man sich im Klaren sein. Ebenfalls darüber, dass Braque du Bourbonnais im Feld die Geschwindigkeit eines Hasen erreichen können... auf dem Foto Felicia  Fullspeed und Hase 

Arbeitsweise Braque du Bourbonnais:

Die Nasenleistung der Braque du Bourbonnais ist hervorragend und die Wendigkeit im Gelände aufgrund der mittleren Größe ausgezeichnet - Braque du Bourbonnais bleiben in Kontakt mit ihren Menschen. Wobei sie eine schnelle Suche machen und extrem schnell auf der Hinterhand drehen können. Die Gangart auf der Jagd ist ein energischer Galopp, der im gedeckten Gelände in einen schnellen Trab übergehen kann.

Weitere Einsatzgebiete:

Braque du Bourbonnais Dummy-Training, Agility

Heutzutage werden Braque du Bourbonnais auch im Agility, Hundesport und Rettungshundewesen, Spürhund eingesetzt, sowie als Therapiehund und zur Früherkennung bestimmter Krebsformen beim Menschen ausgebildet. Für Braque du Bourbonnais wie Felcilia und Emy ist anspruchvolles Dummytraining im Babyalter überhaupt kein Problem! Für einen Welpen lösen sie komplexe Aufgaben hervorragend. 

Foto links Juka des Cimes d'Or Grossmutter von Emy und Felicia beim Agility. Foto von Nicole Waeber 

Video Felica beim Dummytraining in der Bretagne mit 5 Monaten

Auszug aus dem Rassestandard Braque du Bourbonnais und Pflege:


"Le Braque du Bourbonnais° ist als kontinentaler Vorstehhund klassifiziert und sollte insgesamt weder zu leicht gebaut sein, noch zu schwer und der Körperbau ist ausgewogen und muskulös. Die Augen sind eher rund, haselnuss- oder bernsteinfarben, je nach Fellfarbe, mit Pigment um die Augen und Trüffel. Der Ausdruck ist ausdrucksstark, weich und intelligent. Der Kopf wirkt edel, das Gebäude elegant und robust. Es sind keine Übertreibungen vorhanden, man sieht, dass die Rasse für Ausdauerleistungen im Feld gezüchtet ist.  Braque du Bourbonnais, jedenfalls unsere,  sind nicht hitzeempfindlich und hecheln bei hohen Temperaturen nicht.

Das Haar ist fein und dicht, etwas länger auf dem Rücken, am Kopf und den Behängen soll es dünner und kürzer sein. Das Haar der Braque du Bourbonnais ist somit extrem pflegeleicht. Auch für die Ausstellungen war Felicia völlig natürlich unterwegs so wie jeden Tag in Wald und Flur,- selbstverständlich ohne gekürzte Vibrissen, Hier Fotos der verschiedenen Farben der Rasse,  die gezüchtet werden. Die Farben/Sprenkelung/Tüpfelung der Braque du Bourbonnais ist einzigartig.

Brachyurie, Verbreitung:

Braque du Bourbonnais, in Deutschland Bourbonnaiser Vorstehhund genannt, in den USA, England, Kanada, Skandinavien , Dänemark Bourbonnais Pointing Dog, sind eine seltene Rasse von weltweit 2000 Exemplaren mit einer sehr kleinen Zuchtbasis. Jede weitere Selektion in der Zucht auf die Stummelrute/N  Brachyurie und schränkt die genetische Diversität ein.

VBBFL e.V. Klubheft: Felicia und Emy mit Mama Nuri

Die Größe beträgt 51-57 cm + 1 cm Toleranz beim Rüden (Gewicht 18-25 kg) und 48-55 cm + 1 cm Toleranz bei der Hündin (Gewicht 16-22 kg).
  Die Rasse Braque du Bourbonnais zeichnet neben den hervorragenden jagdlichen Eigenschaften  eine Tüpfelung und Sprenkelung (Ticking) des Haarkleides bei den kontinentalen Jagdhunderassen aus. Zwei Farbschläge werden gezüchtet in der Grundfarbe weiß, das braun oder pfirsichblütenfarben (fleur de pecher) in unterschiedlichen Schattierungen geschimmelt ist und sich den Lichtverhältnissen anpasst. So können die Farbnuancen „lie de vin“ (braunschimmel) oder früher auch „lilas passé“ (altlila) entstehen. Bei lohfarbener Tüpfelung entsteht die Farbe „fleur de pecher“. Farbplatten in der jeweiligen Farbe von moderater Ausdehnung sind

erlaubt.